Margen, Macht und Nachfolge – wohin steuert die Schweizer Reparaturbranche?
In der dritten REP-TALK-Sendung, aufgezeichnet bei Glas Trösch Autoglas in Oensingen, bringt Moderator Enzo Santarsiero vier Branchenstimmen zusammen. Im Mittelpunkt stehen drei Schlüsselfragen: die Margenentwicklung, die Zukunft der Schadensteuerung sowie die Herausforderungen der Unternehmensnachfolge.
Die dritte Ausgabe des REP-TALK bot einen selten offenen Einblick in das Innenleben der Schweizer Reparaturbranche. Moderator Enzo Santarsiero umriss gleich zu Beginn die Ausgangslage: «Die Schweiz ist in vielem noch eine Insel – aber der Druck, den wir aus dem Ausland sehen, wird auf uns zukommen.» Später erinnerte er daran, wie entscheidend Weiterentwicklung ist: «So weitermachen wie bisher wird nicht reichen – sonst steigt die Schadensteuerung unweigerlich.»
Für Massimo Toma, Inhaber der Juchli Carrosserie AG, ist klar, dass Margen nur mit konsequenter Optimierung stabil zu halten sind: «Man muss kreativ überlegen, an welchen Schrauben man drehen kann.» Besonders betont er die Bedeutung des Handwerks: «Das Image des Handwerkers müssen wir stärken – wir werden gebraucht, auch wenn KI kommt.»
Rico Zwahlen, Leiter XpertCenter AG (Die Mobiliar), beleuchtete die Versicherungsseite. Für ihn sind Reparaturquoten, Effizienz und Kostendruck eng verknüpft: «Wir verfolgen die Entwicklung der Margen mit grossem Interesse – auch in der Assekuranz sinken sie.» Gleichzeitig sieht er ein grosses Potenzial in moderner Zusammenarbeit: «Digitale End-to-End-Prozesse können Kosten auch reduzieren, wenn beide Seiten sie nutzen.»
Daniel Röschli, Direktor von Carrosserie Suisse, zeigte auf, dass der Markt im Wandel ist – und mit ihm das Verhältnis zwischen Versicherern und Betrieben: «Das Schadenmanagement offenbart ein Spannungsfeld, wo Konzernlogik auf handwerkliche Realität trifft.» In der Nachfolgeproblematik sieht er eine weitere ernste Baustelle: «Der Nachwuchs wird oft schon am Mittagstisch beeinflusst – nicht immer positiv.»
Als Gastgeber gab Urs May von Glas Trösch Autoglas einen wichtigen Impuls zur Produktentwicklung: «Rasante Markt- und Produktentwicklungen fordern die Branche heraus.» Er betonte die Verantwortung der Lieferanten: «Wir stärken Werkstätten mit qualitativ hochwertigen Schulungen, damit sie zukunftssicher bleiben.»
Insgesamt zeigte der REP-TALK 3, dass die Branche vor tiefgreifenden Herausforderungen steht – aber ebenso viele Chancen bietet. Kooperation, moderne Prozesse und ein starkes Selbstverständnis des Handwerks wurden als entscheidende Erfolgsfaktoren sichtbar. Santarsiero brachte es am Ende auf den Punkt: «Ich bin dankbar zu hören, wie viel Zukunft in dieser Branche steckt – wenn man bereit ist, sich zu bewegen.»
Die Sendung kann ab dem 25. November, ab 17 Uhr, auf der REP-TALK-Webseite gestreamt werden.
